Mit dem neuen HealthLab stärkt die Hochschule Flensburg die praxisnahe und wissenschaftlich fundierte Ausbildung im Pflegestudiengang. In realitätsnahen Simulationen trainieren Studierende komplexe Versorgungssituationen, bevor sie Verantwortung in der Praxis übernehmen. Zahlreiche Gäste aus der Gesundheitsbranche begleiteten die offizielle Eröffnung des innovativen Trainingszentrums.
Mit zahlreichen Gästen aus der Gesundheitsbranche, aus Einrichtungen der Versorgung sowie aus Hochschule und Region hat die Hochschule Flensburg ihr neues HealthLab am Institut für eHealth, Management und Versorgung im Gesundheitswesen (IeMVG) offiziell eröffnet. Das hochmoderne Simulations- und Trainingszentrum ist zentraler Bestandteil des Pflegestudiengangs und steht für eine praxisnahe, wissenschaftlich fundierte Ausbildung.
Investition in Qualität und Sicherheit
Im HealthLab trainieren Studierende komplexe Pflegesituationen in einem geschützten Rahmen, bevor sie in der realen Versorgung Verantwortung übernehmen. Dabei kommen sogenannte High-Fidelity-Simulatoren zum Einsatz – lebensechte Patientensysteme, die atmen, sprechen, auf Maßnahmen reagieren und medizinische Zustände realitätsnah simulieren können. Die Szenarien werden aus einem Regieraum gesteuert, aufgezeichnet und anschließend gemeinsam analysiert. Ziel ist es, klinische Entscheidungsfähigkeit, professionelle Kommunikation und strukturierte Reflexion systematisch zu fördern.
„Mit dem HealthLab schaffen wir einen Lernort, an dem Sicherheit entsteht, bevor es ernst wird“, betonte Prof. Dr. Beatrice Podtschaske, Vizepräsidentin für Studiengangsentwicklung, Digitalisierung, Gleichstellung und Diversität, in ihrem Grußwort. „Wir investieren damit in Qualität, in Patientensicherheit und in die Zukunft der Gesundheitsversorgung. Akademische Pflege heißt: reflektiert handeln, wissenschaftlich begründen und Verantwortung übernehmen.“
Praxisnahes Training zentraler Kompetenzen
Das HealthLab bildet sowohl klinische als auch ambulante bzw. langzeitpflegerische Settings ab. Studierende trainieren unter anderem Blutdruckmessung, Katheterisierung, Infusionstherapie, Wundmanagement, Reanimation und Lagerungstechniken. Auch die kontinuierliche Krankenbeobachtung – also das Erkennen von Veränderungen im Zustand einer Patientin oder eines Patienten – ist Bestandteil der Simulationen.
Professionelles Handeln ohne Risiko
„Pflege ist hochkomplexes professionelles Handeln“, betonte Prof. Dr. Thomas Severin, Institutsleiter am IeMVG. „Im HealthLab können Studierende Entscheidungen treffen, Fehler analysieren und Handlungsabläufe reflektieren ohne Risiko für reale Patientinnen und Patienten. Das stärkt sowohl die Handlungssicherheit als auch die Versorgungsqualität.“
Die Simulation ist fest in das Curriculum integriert, inklusive Prüfungsformaten im Labor. Theorie, Übung und Praxiseinsatz greifen systematisch ineinander. Neben modernster Simulationstechnik verfügt das HealthLab über eine Ausstattung wie auf einer realen Station bis hin zu einem voll funktionsfähigen Badezimmer. Ein Alterssimulationsanzug ermöglicht darüber hinaus Perspektivwechsel und Empathietraining.
Beitrag zur regionalen Gesundheitsversorgung
„Wir verstehen das HealthLab als wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung in der Region“, erklärte Prof. Dr. Bosco Lehr, Institutsleiter am IeMVG. „Wissenschaftlich qualifiziertes Pflegepersonal stellt einen zentralen Faktor für die Sicherung der Versorgungsqualität dar und ist eine wesentliche Voraussetzung für eine evidenzbasierte Pflegepraxis.“
Mit derzeit zwei Professorinnen, weiteren ausgeschriebenen Professuren sowie ärztlichen wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen stärkt der Studiengang gezielt die Verbindung von Pflegewissenschaft, Medizin und weiteren Gesundheitsprofessionen. Auch für die anwendungsorientierte Forschung und weitere Gesundheitsstudiengänge, wie z.B. im Masterstudiengang eHealth oder Bachelorstudiengang Management im Gesundheitswesen wird das Labor zukünftig genutzt. Außerdem sind auch Schülerlabore geplant, um Schülerinnen und Schüler für die Gesundheitsbranche – eine der größten Wirtschaftsbranchen in Schleswig-Holstein, zu begeistern.
International etabliert, regional positioniert
Simulationslabore sind international, etwa in Dänemark, nahezu flächendeckend etabliert. Auch in Deutschland gewinnen sie im Zuge der Akademisierung der Pflege zunehmend an Bedeutung. Mit dem HealthLab positioniert sich die Hochschule Flensburg frühzeitig in diesem zukunftsrelevanten Feld.
Das HealthLab ist damit mehr als ein Trainingsraum: Es ist eine Brücke zwischen wissenschaftlicher Ausbildung und verantwortlicher Versorgungspraxis.
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