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MINT hautnah: Schülerinnen forschen, tüfteln und experimentieren

3D-Druck, Elektronik, Biologie – der Girls' Day an der Hochschule Flensburg bot über 30 Schülerinnen die Möglichkeit, Technik und Naturwissenschaft hautnah zu erleben.

Eine Box mit Figuren aus dem 3D-Druck vor verschwommenden Menschen
Beim Girls' Day an der Hochschule Flensburg nahmen mehr als 30 Schülerinnen teil. – Foto: Mirco Höfer

Was macht eigentlich eine Elektronikerin? Und wie funktioniert ein 3D-Druck? Und ist es wirklich möglich, die eigene DNA sichtbar zu machen? Das sind Fragen, um die es beim diesjährigen Girls' Day an der Hochschule Flensburg geht. Mehr als 30 Schülerinnen aus Flensburg und der Umgebung nutzen die Gelegenheit, in verschiedenen technischen und naturwissenschaftlichen Bereichen praktische Erfahrungen zu sammeln.

Die Teilnehmerinnen löten Schaltungen und bauen mit dem Lasercutter passende Gehäuseteile. Sie probieren sich im kreativen 3D-Druck aus, entwerfen Formen und Figuren, die anschließend gedruckt werden. Oder sie extrahieren in einem wissenschaftlichen Experiment ihre eigene DNA. So wie Jette (15) und Charleen (14), die im Bio-Lab, der Experimentierwerkstatt der Hochschule Flensburg, stehen. „Es ist spannend zu sehen, was hier im Labor passiert“, sagen die beiden Schülerinnen der Auguste-Victoria-Schule. Sie haben sich bewusst für dieses Angebot des Girls' Day entschieden, weil es für sie interessanter klang als viele andere Angebote, die zur Auswahl standen.

Zwei Jugendliche im Labor betrachten ein Reagenzglas
Im BioLab machen Schülerinnen ihre DNA sichtbar. – Foto: Mirco Höfer

Organisiert wird das Angebot von der Gleichstellungsbeauftragten der Hochschule Flensburg, Jolyn Muijsers. „Es geht darum, junge Frauen zu ermutigen, die Hochschule kennenzulernen, sich an die Technik zu trauen und Ängste abzulegen, die ihnen durch Sozialisation angeeignet wurden“, erklärt sie. Das Ziel ist, dass die Mädchen ihre eigenen Fähigkeiten entdecken – jenseits der gewohnten Rahmenbedingungen. Auch Laura (15), Mette (15) und Alva (15) erzählen, dass sie „mal etwas Untypisches kennenlernen“ wollten. Besonders interessiert sie der 3D-Druck. „Wir wollen mal etwas anderes sehen und ausprobieren, was wir so noch nicht gemacht haben“, sagt Mette. Die Schülerinnen schätzen besonders, dass sie hier ihre eigenen Ideen entwickeln und diese dann in der Realität umsetzen können. Ihr Projekt: Sie haben Spielfiguren für das Spiel Tic-Tac-Toe entworfen.

Schülerinnen sitzen am rund um einen Tisch mit Laptops drauf.
Im FabLab Ideenreich gestalten die Schülerinnen eigenständig Figuren und drucken diese im 3D-Druck aus. – Foto: Mirco Höfer

„Es ist toll zu sehen, wie aus unserer Idee ein echtes Objekt wird“, sagt Mathilda, die von der Bruno-Lorenzenschule aus Schleswig nach Flensburg gekommen ist. Genau darum geht es an diesem Tag: sich auszuprobieren, eine Vorstellung von verschiedenen Berufen bekommen und herauszufinden, was einem gefällt. Diese Botschaft betont auch Marc Laatzke von der Studienberatung der Hochschule Flensburg in seinem Begrüßungsvortrag. Er motiviert die jungen Teilnehmerinnen dazu, neue Erfahrungen zu sammeln und unterschiedliche Berufsfelder kennenzulernen. Jolyn Muijsers hofft, dass sich viele der Teilnehmerinnen am Ende für ein Studium an der technisch geprägten Hochschule entscheiden. Denn: Wenn sich mehr Frauen für technische Studiengänge entscheiden, verändert dies das Klima an der Hochschule, erhöht die Vielfalt und bereichert das Denken. 

Zwei Schülerinnen sitzen im Elektrolabor, ein Laboringenieuir hilft ihnen bei der Arbeit.
Im Leistungselektroniklabor erfahren die Schülerinnen, was eine Elektronikerin eigentlich macht. – Foto: Mirco Höfer