Die Hochschule Flensburg trauert um ihren ehemaligen Hochschullehrer Prof. Dr. Uwe Roose. Der Wissenschaftler verstarb Ende Januar im Alter von 88 Jahren.

Die Hochschule Flensburg trauert um ihren ehemaligen Hochschullehrer Prof. Dr. Uwe Roose, der Ende Januar im Alter von 88 Jahren verstorben ist. „Durch sein Engagement und seine Ideen half Prof. Roose dabei, die Hochschule Flensburg als einen führenden Ort für angewandte Wissenschaft und Forschung zu etablieren“, würdigt Hochschul-Präsident Dr. Sven Tode den Verstorbenen.
Prof. Roose gehörte zu den ersten Professoren der damaligen Fachhochschule Flensburg und leitete viele Jahre das Institut für Physik. Mit fachlicher Kompetenz und Weitsicht baute er das Institut auf. Das Institut bestand aus sieben Professoren, einem wissenschaftlichen Mitarbeiter, zwei Laboringenieuren und einem Techniker. Unter seiner Leitung wurden 1986 und in den Folgejahren Messungen zum radioaktiven Fallout des Tschernobyl-Unfalls durchgeführt und an die Landesregierung weitergeleitet.
Als in Schleswig-Holstein die Windkrafttechnik aufkam, erkannte Prof. Roose früh das Potenzial dieser Technologie. Er führte erste Messungen an Versuchsanlagen der damaligen Husumer Schiffswerft durch und initiierte die Auswertung der Ergebnisse. Mit der Einstellung des wissenschaftlichen Mitarbeiters Dr. Hermann van Radecke legte er den Grundstein für die Erforschung und Entwicklung der Windkrafttechnik an der Hochschule Flensburg.
Ein weiteres bedeutendes Kapitel seines Wirkens war die Übernahme des Planetariums und der Sternwarte der Familie Menke in Glücksburg im Jahr 1995. Bis 2008 leitete Prof. Roose beide Einrichtungen mit großem Engagement und machte sie zu wichtigen Anlaufstellen für Wissenschaft und Öffentlichkeit.
Neben seiner wissenschaftlichen Arbeit engagierte sich Prof. Roose über viele Jahre im Senat der Hochschule und prägte dabei akademische Leben.
Prof. Roose studierte von 1957 bis 1963 Physik an der Christian-Albrechts-Universität Kiel und der Technischen Universität Berlin und schloss sein Studium als Diplom-Physiker ab. 1967 promovierte er an der Christian-Albrechts-Universität Kiel mit einer Dissertation zur „lateralen Verteilung der elektromagnetischen Komponente großer Luftschauer in Kernnähe“. Bereits während seiner Studienzeit war er maßgeblich am Aufbau des „Kieler Luftschauerexperiments“ beteiligt.
Seine wissenschaftliche Laufbahn führte ihn zunächst an die Frauenhofer-Gesellschaft, wo er 1968 die Leitung einer Wissenschaftlergruppe am Institut für Kernphysik übernahm. Ab 1969 war er Abteilungsleiter einer Arbeitsgruppe am Institut für Strahlenschutz in Stohl bei Kiel. Schließlich folgte 1976 seine Berufung an die Fachhochschule Flensburg, wo er bis zu seinem Ruhestand im Februar 2002 wirkte.
Mit Prof. Dr. Uwe Roose verliert die Hochschule Flensburg einen herausragenden Wissenschaftler, geschätzten Kollegen und engagierten Lehrer. Sein Wirken und seine Verdienste werden unvergessen bleiben.
