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Studierende erfolgreich bei Tretboot-Weltmeisterschaft

Bei der International Waterbike Regatta 2023 (IWR) in Kiel fuhren Studierende der Hochschule beachtliche Ergebnisse ein, konnten eine Disziplin sogar gewinnen, wie Tretboot-AG-Mitglied Kristopher Stoyke hier berichtet. Kommendes Jahr findet die Tretboot-WM in Flensburg statt.

C.Schröder
Mannschaftsfoto vor dem Siegerboot der Secret Mission. – Foto: C.Schröder

Die International Waterbike Regatta ist die Weltmeisterschaft der Tretboote. Hier haben sich am diesjährigen Pfingstwochenende zum 43. Mal die Teams von Schulen und Hochschulen aus Deutschland und Europa gemessen. Mit dabei waren Teams aus deutschen Städten wie Hamburg, Berlin und Duisburg sowie aus Österreich, Kroatien, Polen und den Niederlanden mit ihren Booten. Die Regatta fand in Kiel auf dem Gelände der Lindenau Werft an der Nordseite der Förde statt.

Das Team der Hochschule Flensburg ist mit seinen vier Booten angetreten. Eines davon war die „Henning“, die nach dem verstorbenen Schiffbau Professor Henning Mathiesen benannt ist. Er hat maßgeblich an der Tretboot AG mitgewirkt und dieses Boot auf Kiel gelegt. Die "Henning" wurde nach fast sechs Jahren Bauzeit auf dieser IWR endlich getauft. Die Mannschaft von nur acht Mann aus vier Studiengängen konnte mit einigen Helfern, die zusätzlich als Tagesgäste zu Besuch kamen, teils sehr gute Ergebnisse einfahren. In der Gesamtwertung, die alle Rennergebnisse berücksichtigt, konnten die „5vor12“ und die „Fhuntastik“ gute Ergebnisse erzielen und landeten auf den Plätzen 10 und 11 von 28.

Massenstart der Tretboote zum 4500m Rennen (Foto von D.Meyer)
Massenstart der Tretboote zum 4500m Rennen. – Foto: D.Meyer

Gemessen haben sich die Teams in sieben Disziplinen. Die üblichen Disziplinen wie 100 m Sprint, 100 m Slalom, 50 m voraus dann Stopp und 50 m zurück und das Langstreckenrennen über 4,5 km sowie die ungewöhnlicheren Wettbewerbe in Beschleunigung auf kurze Distanz aus dem Stand und Pfahlzug mit Kraftmessung konnten alle vier Boote absolvieren. In der letzten Disziplin, der „Secret Mission“, die traditionell erst im Verlauf der Regatta bekannt gegeben und vom Gastgeberteam ausgewählt wird, konnte unser Team mit dem Umbau der „Tigerente“ einen herausragenden Sieg einfahren.

Die Aufgabe der Secret Mission war es, aus den Booten mithilfe einer Dachlatte, einer Plane von
1x2 m und ein paar Kabelbindern ein Segelboot zu bauen und damit eine 100m lange Rennstrecke im Massenstart abzusegeln. Die sehr schlanke Rumpfform sowie die sehr hoch aufbauende Segelkonstruktion haben gegenüber den Konkurrenten den entscheidenden Vorteil gebracht. So konnten sowohl schnelles, zielorientiertes und konstruktives Arbeiten, die Fähigkeit unter Stress in der Gruppe zu agieren und die nautischen Seglerqualitäten unter Beweis gestellt werden. Das andere unserer zwei umgebauten Boote hatte die besonders interessante Eigenschaft, dass es sich sehr gut am Wind segeln ließ. Das bedeutet, dass es mit dem Wind von schräg voraus besonders viel Fahrt entwickelt hat und sich gut wenden lässt. Dieser Vorteil ließ sich im Massenstart leider nicht in der Platzierung abbilden.

Abtransport der Fhuntastik in das Nachtlager/ die Boxengasse (Foto von L.Kurt)
Die Boxengasse: Abtransport der Fhuntastik in das Nachtlager. – Foto: L.Kurt

Im Laufe der Rennen gingen natürlich auch Teile kaputt und mussten mit den gegebenen Mitteln wieder in einen wettbewerbsfähigen Zustand gebracht werden, ganz wie es auf einem Schiff abseits vom Festland auch ist. So ist zum Beispiel der Ruderstock unseres Neubaus, der "Henning", abgebrochen und musste mit Hilfe einer Gewindestange und Kleber wieder fixiert werden. An der „5vor12“ versagte die Lenkung, doch auch dieses Problem wurde gelöst.

Für Besucher und ein paar freie Momente zwischendurch war neben Freigetränken und einer vollvegetarischen Verpflegung auch für Ablenkung gesorgt. Auf dem Wasser konnte man sich mit E-Foil-Boards zum Ausleihen und einem Ausflug auf das Passagierschiff „Ekke Nekkepenn“, das vor dem Renngelände vor Anker lag, die Zeit vertreiben. An Land standen für Interessierte eine Sauna und Ballsportausrüstungen bereit. Als letzte große Ankündigung wurde beschlossen, dass die IWR 2024 bei uns in Flensburg stattfinden wird. Wer nun Lust bekommen hat mitzumachen, kann gerne freitags um 14 Uhr zu den regelmäßigen Treffen der Tretboot-AG in der Hochschulwerkstatt Kielseng 15 vorbeikommen oder uns unter der E-Mail tretboot@asta-fl.de erreichen. Wir freuen uns auf interessierte aller Fachbereiche.