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Kompass bietet Orientierung auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit

Das deutsch-dänische Interreg-Projekt Positively Produced will Unternehmen helfen, Lebensmittel „mit positivem Beigeschmack“ zu produzieren. Die Hochschule Flensburg hat dazu einen Nachhaltigkeitskompass entwickelt. Nun endet das Projekt.

Geben Unternehmen Orientierung auf der Nachhaltigkeistreise: Das Projektteam.
Geben Unternehmen Orientierung auf der Nachhaltigkeitsreise: Das Projektteam.

Ein Kompass kann auf einer Reise sehr hilfreich sein. Zumal auf einer Nachhaltigkeitsreise. So nennt es Rebekka Küchler, wenn Unternehmen beginnen, systematisch an ihrer Nachhaltigkeit zu arbeiten, zum Beispiel durch eine immer umwelt- und ressourcenschonendere Produktion. Kein leichter Weg. Aber der von Küchler und Prof. Dr. Birte Nicolai von der Hochschule Flensburg im Rahmen des Interreg-Projekts Positively Produced entwickelte Nachhaltigkeitskompass gibt Orientierung.

Es handelt sich dabei nicht, wie die beiden Wissenschaftlerinnen betonen, um ein Instrument, das Nachhaltigkeit misst. Vielmehr sei es ein richtunggebendes Werkzeug, so Nicolai, das auch die Vielschichtigkeit, die den Begriff ausmacht, widerspiegelt. „Es geht um mehr als den CO2-Abdruck. Neben der Ökologie zähle auch Ökonomie, das soziale Wohlergehens sowie Unternehmensführung dazu. Parallel bestehen verschiedene, meist komplexe internationale Regelwerke und Richtlinien, die nur schwer vergleichbar sind“, erklärt die Professorin für Lebensmitteltechnologie. Das stelle jedoch gerade kleine und mittlere Unternehmen, die nachhaltiger produzieren möchten, vor große Herausforderungen. Der Nachhaltigkeitskompass soll den Betrieben einen leichteren Zugang zu diesen Dimensionen der Nachhaltigkeit verschaffen.
 

Es geht um mehr als den CO2-Abdruck. Neben der Ökologie zähle auch Ökonomie, das soziale Wohlergehens sowie Unternehmensführung dazu.

Prof. Dr. Birte Nicolai

Vier Unternehmen haben sich im Projektzeitraum, der nun endet, auf die Nachhaltigkeitsreise begeben, haben einen Prozess durchlaufen, der eine Selbsteinschätzung, eine Bestandaufnahme und der Definition von individuellen Zielen, die innerhalb eines Jahres erreicht sein sollen, beinhaltet. Das muss keine große Transformation der Firma sein, mit kleinen Schritten geht es an den Start: Verpackungsmaterial um fünf Prozent reduzieren, E-Ladestationen schaffen oder die Kompetenzen der Mitarbeitenden für Weiterbildungen im Betrieb nutzen, sind nur Beispiele. „Die beteiligten Unternehmen haben uns zurückgemeldet, dass die Reflexion über das Thema, Aspekte ins Bewusstsein gebracht hat, die man vorher gar nicht im Blick hatte. Auch bezüglich der Dinge, die schon nachhaltig sind“, berichtet Rebekka Küchler.

Auch nach Abschluss des Projekts sollen Unternehmen den Nachhaltigkeitskompass nutzen können. Wer mehr erfahren möchte ist zur Abschlussveranstaltung am 14. Juni, 12:13 bis 16:15 Uhr, Backenholzer Hof, eingeladen (Infos: https://ehsyd.nemtilmeld.dk/13/).

Info:

Das Interreg-Projekt wird mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert. An dem Projekt nehmen neben der Joldelunder Bäckerei fünf weitere Partnerunternehmen aus Dänemark und Deutschland teil: Backensholzer Hofkäserei, Lammkontor, , Skærtoft Skovhau, Naturmælk, Tvedemose; Weitere Partner sind: Erhvervshus Sydjylland, Madkulturen, Fireball.

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