Im Zusammengang z.B. mit den Projekten und der Masterthesis im Studiengang Maschinenbau / Verfahrenstechnik treten immer wieder einige Fragen auf, die hier geklärt werden.
FAQ zu Projekten
Im Masterstudiengang ‚Maschinenbau/Verfahrenstechnik‘ sind zwei Masterprojekte jeweils im Umfang von 10 Leistungspunkten zu erstellen. Der Arbeitsaufwand (Workload) für ein Projekt im Masterstudium soll etwa 300 Stunden/Person umfassen. (Gruppenprojekte sind möglich, wenn der Arbeitsaufwand dies ermöglicht und Arbeitspakete voneinander mit Bezug zu den Personen abgegrenzt werden können.)
Startpunkt
Zunächst ist von dem/der Studierenden die Aufgabenstellung zu formulieren und der geplante Lösungsweg zu skizzieren (‚Projektskizze‘):
- Projektbezeichnung
- Aufgabenstellung
- Geplanter Lösungsweg
- Abgrenzung
- Erwartetes Ergebnis
Nach Besprechung dieser Skizze mit einer/m fachlich kompetenten Betreuer*in und Prüfer*in kann eine Gliederung der projektbegleitenden Dokumentation (Projektbericht) erstellt werden.
Benotung und Abgabe
Zur Benotung muss man das Projekt dann zu einem Prüfungszeitraum (i.d.R. am Ende des Semesters) anmelden. Es kann auch schon vorher fertiggestellt sein.
Durchführung in einem Unternehmen/Nutzung einer Werkstudierendentätigkeit
Sehr gern kann dieses Projekt auch in einem Unternehmen durchgeführt werden. Einige Studierende sind in Firmen als Werkstudent*in beschäftigt – und fassen ihre Tätigkeit dann als Projekt zusammen. In der Tätigkeit sollte die Bearbeitung einer Aufgabe im Sinne der unter „Startpunkt“ aufgeführten Punkte erkennbar sein, die ingenieurwissenschaftlich bearbeitet wird.
Auch hierzu muss man sich dann eine Betreuerin/einen Betreuer an der HS suchen, die/der das betreut, überprüft, anerkennt und benotet. Einige jüngere Beispiele hierzu:
- Breezer: Erstellung eines Polarion-kompatiblen Aircraft Maintenance Manuals (AMM) für das UAV „BUSSARD“ auf Basis des Breezer Sport
- Semikron Danfoss: Herstellung von Testmodulen für die Bestimmung des Lower Specification Limits des Schertests in der Produktion von Leistungsmodulen
- Semikron Danfoss: Entwicklung eines Lastenhefts für ein Trainingsmanagementsystem
- Semikron Danfoss: Analyse und Optimierung von Abkühlungs- und Trocknungsprozess am US-Scan
- arctos: Kältebedarfsermittlung zur Ablösung einer Absorptions- durch eine Kompressionskälteanlage
- FSG: Simulationsuntersuchung zur Regelung der Frischwassertemperatur an Bord von RoRo-Seeschiffen
- Sasol: Prozessanalyse und -optimierung in einem chemischen Produktionsprozess
Auf diese Weise wird es möglich, den Master ‚berufsbegleitend‘ zu studieren, indem man die Projekte und im Weiteren auch die Abschlussarbeit in einer Firma durchführt.
Umfang des Projektes
Dieser wird NICHT in der Seitenzahl der Dokumentation gemessen. Diese kann auch knapp gehalten werden. Wichtig ist, dass die bewertende Person davon überzeugt ist, dass 300 Arbeitsstunden eingeflossen sind, und dass das Projekt im Sinn der unter „Startpunkt“ aufgeführten Punkte strukturiert ist und das Projektergebnis im angemessenen Umfang präsentiert und diskutiert worden ist.
FAQ zu der Masterthesis
Im Masterstudiengang ‚Maschinenbau/Verfahrenstechnik‘ ist eine Masterthesis im Umfang von 30 Leistungspunkten zu erstellen bestehend aus einer Masterarbeit und einem zugehörigen Kolloquium. Der Arbeitsaufwand (Workload) für die Masterthesis soll etwa 900 Stunden umfassen. Die Details klärt die PSO (Prüfungs- und Studienordnung) des Studiengangs.
Themenstellung
Das Thema kann jeder stellen und fachlich betreuen, es muss einen akademisch-ingenieurwissenschaftlichen Anspruch erfüllen. Die Themen zur Masterarbeit kommen häufig aus der Industrie, gelegentlich auch aus der Hochschule. Letztendlich müssen die Prüfer*innen, i.d.R. nur die/der Erstprüfer*in, die Themenstellung im Vorwege ‚absegnen‘, im Idealfall in Kombination mit einer Projektskizze.
Die fachliche Betreuung kann gern im Betrieb von dortigen Ingenieur*innen durchgeführt werden, muss nicht direkt durch die Prüfer*innen erfolgen. Im Rahmen der Masterarbeit soll aufgezeigt werden, was zusätzlich im Master gelernt wurde (z.B. durch Modellierungen) und sich auch mit anderen Arbeiten (Publikationen/Dissertationen/Patenten) auseinandersetzen.
Startpunkt
Zunächst ist von dem/der Studierenden die Aufgabenstellung zu formulieren und der geplante Lösungsweg zu skizzieren als ‚Projektskizze‘ (1. Projektbezeichnung/2. Aufgabenstellung/3. Geplanter Lösungsweg/4. Abgrenzung/5. Erwartetes Ergebnis). Dann ist ein Titel der Arbeit zu wählen. Dieser muss bei externer Ideengebung mit der Firma abgestimmt sein, da er später veröffentlicht werden wird. Nach Besprechung dieser Skizze mit der/dem vorgesehenen Erstprüfer*in, Festlegung der/des Zweitprüfer*in kann die Anmeldung der Masterthesis beim Prüfungsamt erfolgen.
Bearbeitungszeitraum und Abgabe
Die Bearbeitungszeit beträgt 5 Monate nach Anmeldung. Die Arbeit kann in Papierform oder digital abgegeben werden. Die Art der Abgabe ist mit den Prüfer*innen abzustimmen.
Kolloquium
Das Kolloquium dauert 60 Minuten (Richtwerte: 20 Minuten Vortrag, 40 Minuten Diskussion).
Durchführung in einem Unternehmen
Üblicherweise wird die Masterarbeit in einem Unternehmen durchgeführt. Sie kann aber auch im Rahmen von Forschungsprojekten an der HS Flensburg oder anderen Forschungseinrichtungen durchgeführt werden.
Einige jüngere Beispiele hierzu:
- Holcim: Auslegung einer Rektifikationskolonne und Abtrennung von Nebenbestandteilen aus hochreinem Kohlenstoffdioxid
- Semikron Danfoss: Entwicklung eines optimierten Ultraschallschweißprozesses
- Covestro: Entwicklung und Bewertung von Maßnahmen zur Optimierung der Kondensation von MCB-Brüden in der Lösungsmittelabtrennung der MDI-Herstellung
- Krones: Die Optimierung des Trocknungsprozesses für Getränkedosen im Einbahntransport - eine versuchs- und simulationsgestützte Konzeptionierung
- arctos: Analyse und Planung zur nachhaltigen Erweiterung von Prozesswärmenetzen am Beispiel der Flensburger Brauerei: Integration von Wärmepumpen mit natürlichem Kältemitteln
- Wellenbach: CO2-Abscheidung im Bierbrau-Prozess
- Jensen: Konstruktion eines Hackrotors für einen Holzhäcksler mit modularem Werkzeugsystem – Numerische Bewertung mittels CFD-DEM-Kopplung und FEM-Analyse unter rotatorischer Belastung
- ARGE Netz: Konzepte zum wirtschaftlichen Weiterbetrieb von Biogasanlagen nach Auslaufen der EEG-Förderung
- HS Flensburg: Entwicklung und Validierung einer Zylinderdruckindizierung zur Verbrennungsanalyse mit MATLAB/Simulink und dSPACE MicrolabBox
Auf diese Weise wird es möglich, den Master ‚berufsbegleitend‘ zu studieren, indem man neben den Projekten auch die Abschlussarbeit in einer Firma durchführt.
Wahl Erst- und Zweitprüfer*in
Die Bewertung hat dann von mindestens einer Professorin/einem Professor der HS als Erstprüfer*in zu erfolgen.
Die/der Zweitprüfer*in kann auch aus dem Unternehmen gewählt werden, in dem die Arbeit stattfindet. Sollte eine/ein Zweitprüfer*in aus der Industrie in Betracht gezogen werden, muss für diese*n ein ‚unbezahlter Lehrauftrag‘ beim Sekretariat des Dekanats des Fachbereiches 1 beantragt werden. Dieser Prüferin/diesem Prüfer muss klar sein, dass der Prüfungsort die HS in Flensburg sein wird.
Der akademische Grad der Prüfer muss mindestens dem Grad entsprechen, den sie bewerten sollen.
Dabei gilt Dipl.-Ing. (TU) = Master (FH) = Master (TU)
Ein Dipl.-Ing. (FH) reicht hier leider nicht aus, außer diese Person hat dann noch einen Masterabschluss ‚draufgesetzt‘.