Direkt zum Inhalt

Business DE-DK: Grenzüberschreitende Zusammenarbeit stärkt die Fachkräftesicherung

Thores Tea-Time
Thores Tea Time Podcast

Ziel des Projekts ist es, die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Dänemark zu stärken und insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei der internationalen Fachkräftegewinnung zu unterstützen. Beteiligt sind neben der Hochschule Flensburg unter anderem Wirtschaftsförderungsgesellschaften aus Nordfriesland, Schleswig-Flensburg, Rendsburg-Eckernförde und Ostholstein, Arbeitsagenturen sowie Partner aus Süddänemark.


Eine im Rahmen des Projekts zwischen April und Juni 2025 durchgeführte Befragung von 40 Unternehmen auf beiden Seiten der Grenze zeigt deutlichen Handlungsbedarf. Obwohl der Fachkräftemangel sowohl in Deutschland als auch in Dänemark eine erhebliche Herausforderung darstellt, rekrutieren lediglich 14 bis 20 Prozent der befragten Betriebe regelmäßig international. Nur 16 Prozent der deutschen und 7,7 Prozent der dänischen Unternehmen verfügen über eine eigene Recruiting-Einheit.Gerade kleinere Unternehmen stehen bei der Einstellung internationaler Fachkräfte vor besonderen Herausforderungen. Sprachbarrieren, aufenthaltsrechtliche Fragen, die Anerkennung von Qualifikationen und die Unterstützung bei der Integration erfordern zusätzliche personelle und finanzielle Ressourcen.
Dabei bietet die Grenzregion erhebliches Potenzial. Insbesondere internationale Absolventinnen und Absolventen der Hochschulen verfügen häufig bereits über gefragte Qualifikationen und können einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung leisten.


Wie groß das internationale Interesse an Arbeitsmöglichkeiten in der deutsch-dänischen Grenzregion ist, zeigte ein gemeinsam organisierter European Online Job Day. Das aus Dänemark übernommene Veranstaltungsformat wurde erstmals für die gesamte Grenzregion umgesetzt. Innerhalb von sechs Wochen informierten sich rund 120.000 Menschen über berufliche Perspektiven in der Region. Am eigentlichen Veranstaltungstag nahmen etwa 20.000 Interessierte online teil, darunter zahlreiche Menschen aus Asien und dem arabischen Raum. Mehr als 300 offene Stellen wurden angeboten.


Auch weitere Veranstaltungsformate erwiesen sich als erfolgreich. Zehn digitale „Online-Frühstücke“ boten Unternehmen kompakte Informationen zu internationaler Personalgewinnung, Weiterbildung und dem Markteintritt in Dänemark. Hinzu kamen Netzwerktreffen, Unternehmensbesuche und gemeinsame Messeaktivitäten mit internationalen Studierenden.
Aus der Unternehmensbefragung und den praktischen Projekterfahrungen haben die Beteiligten zwölf Handlungsfelder entwickelt. Sie sollen insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen helfen, internationale Fachkräfte erfolgreich zu gewinnen, einzuarbeiten und langfristig zu halten. Zu den zentralen Empfehlungen gehören die gezielte Nutzung persönlicher Netzwerke, Praktika und Werkstudierendenstellen als Einstieg in den Arbeitsmarkt, eine systematische Unterstützung beim Ankommen im Unternehmen sowie die Förderung sprachlicher Kompetenzen.
Eine wesentliche Erkenntnis: Erfolgreiche Fachkräftesicherung endet nicht mit der Einstellung. Entscheidend sind eine gelebte Willkommenskultur, individuelle Entwicklungsmöglichkeiten und die Unterstützung bei alltäglichen Herausforderungen.


Die Hochschule Flensburg beteiligt sich über das Jackstädt-Zentrum an dem Projekt. Dort werden im Teilvorhaben „Analysis and Mapping“ die gewonnenen Erkenntnisse wissenschaftlich ausgewertet und die zwölf Handlungsfelder weiter ausgearbeitet. Ziel ist es, den Unternehmen auch über die Projektlaufzeit hinaus praxisnahe Orientierungshilfen zur Verfügung zu stellen. Welche Erfahrungen die Projektpartner in den vergangenen zwei Jahren gesammelt haben, erläutern Kerstin Schröder vom Jackstädt-Zentrum der Hochschule Flensburg und Stephan Lubomierski von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Rendsburg-Eckernförde in der Podcast-Reihe „Thores Tea Time“. In der Folge 272 mit dem Titel „Grenzen überwinden – was hat Business DE-DK wirklich gebracht?“ sprechen sie über Erfolge, Schwierigkeiten und die Bedeutung persönlicher Kontakte für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit.
Das Interreg-Projekt Business DE-DK endet am 31. Dezember 2026. Die aufgebauten Netzwerke und bewährten Veranstaltungsformate sollen jedoch möglichst erhalten bleiben. Insbesondere das digitale Online-Frühstück soll fortgeführt werden.


Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Rendsburg-Eckernförde bereitet darüber hinaus ein Folgevorhaben vor, das Fachkräfte aus Transformationsregionen anderer Bundesländer für Schleswig-Holstein gewinnen soll.
Die zentrale Erkenntnis aus zwei Jahren Projektarbeit: Grenzüberschreitende Fachkräftesicherung gelingt vor allem dort, wo Unternehmen, Wissenschaft und Wirtschaftsförderung dauerhaft zusammenarbeiten und persönliche Kontakte über nationale Grenzen hinweg pflegen.


Weitere Informationen
Podcast „Thores Tea Time“, Folge 272: https://www.youtube.com/watch?v=v1nxZhM44cs&t=1s 
Projektinformationen: https://business-region.eu/de/business-de-dk 


Business DE-DK wird im Rahmen des Interreg-Programms Deutschland-Danmark von der Europäischen Union gefördert.