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Von Seelöwen und Seemannsgarn: Start-Up-Treffen auf dem Campus

Zuschauerrekord: Fast 300 Gründungsinteressierte kamen ins Audimax, um sich bei Fingerfood und kühlen Getränken Geschichten von jungen und unerschrockenen Start-Ups anzuhören.

Volles Haus auf der conVenture (Foto: Rossi)
Zuschauerrekord: Volles Haus auf der conVenture. – Foto: Rossi

Veranstaltungen auf Englisch abzuhalten ist nicht so normal wie man es heutzutage in der internationalen und stark vernetzen Welt doch annehmen würde. So hatte die VentureWærft mit ihrer stets gut besuchten conVenture – nordic Start-Up convention einige Hürden zu nehmen, wurde sie doch in Flensburg nun zum ersten Mal auf Englisch angeboten. Doch obwohl sich die Veranstaltungssprache änderte, brach die Nachfrage nach dieser Veranstaltung keinesfalls ein: Die Start-Up Pier, ursprünglich als kleine Mini-Messe und Schaufenster der Start-Ups vom Campus gestartet, wurde so stark nachgefragt, dass Sitzmöbel wieder abbestellt und mehr Stehtische für die AusstellerInnen zu bestellt werden mussten und insgesamt ein neuer Teilnahmerekord aufgestellt werden konnte: 296 Gründungsinteressierte fanden Donnerstagnachmittag ihren Weg in das Audimax, um sich bei Fingerfood und einem kühlen Flens Geschichten von jungen und unerschrockenen Start-Ups anzuhören.

Als durchlässigste Grenze Europas hat die Deutsch-Dänische Grenzregion bereits fast 100 Jahre lang das Zusammenleben und den kulturellen Austausch erproben können. So ist die SG Flensburg-Handewitt nicht nur Handball-Fans ein Begriff, sondern auch die zweite Heimat für dänische StaatsbürgerInnen. Davon kann man sich regelmäßig in der Flens-Arena selbst überzeugen. Das gemeinsame Leben ist schon jetzt geprägt von einer Offenheit, viel Unterstützung und vor allem Kooperation. Dass es davon allerdings noch viel mehr geben könnte und bisher noch nicht ausreichend gelebt wird, ist einer der Standpunkte von Jørgen Mads Clausen. Clausen (Danfoss) sollte vielen in der Region ein Inbegriff für grenzübergreifende Zusammenarbeit und ein neues Regionsverständnis sein. Mit seiner Vision des Digital Valley rückt die Grenzregion noch viel enger zusammen, Grenzen verschwinden und die Region wird endlich als Ganzes gesehen und verstanden. In seiner Keynote erzählt er die Gründungsstory seines Vaters und wie er selbst die Gründung von Danfoss miterlebt hat. Doch auch der weltweite Erfolg seines Unternehmens lies Jørgen Mads Clausen nicht den Drang nach „mehr“ nehmen und er ist stets weiter auf der Suche nach Innovationen - so erzählte er auch von seinem neuen Baby: SaltPower. Mit SaltPower wird Energie aus Salzstöcken und -kissen gewonnen. Für dieses Start-Up hat Clausen direkt starke Partner an Land ziehen können - neben Danfoss auch Toyobo, ein japanisches Unternehmen.  

Herr Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs aus dem Wirtschaftsministerium des Landes Schleswig-Holstein zeigte sich bereits auf dem Nordischen Abend der Hochschule Flensburg beeindruckt von dem Gründungsgeschehen rund um Flensburg. An diesem Abend wurde er von Johannes Hartwig vertreten, der in seinen Grußworten auf die herausragenden Schleswig-Holsteinischen Angebote in der Start-Up Szene einging.

Drei Seelöwen an Bord: VenturePitch getestet

Im kommenden Jahr wird es ein neues VentureWærft-Event geben, das dieses Mal auf der conVenture als kleinere Version getestet wurde. Der VenturePitch lehnt sich dabei an das bekannte TV-Format „Die Höhle der Löwen“ an und bot jeweils einem Start-Up aus Deutschland und aus Dänemark die Möglichkeit, ihre Idee vor drei Experten aus der Region (Georg Banner für die MBG SH, Dr. Peter Rehders für die Baltic Business Angels SH und Stig Poulsen für den Vækstfonden). Entgegen des TV-Formates ging es im VenturePitch nur um Erfahrung und Feedback und nicht um eine konkrete Beteiligung an den Start-Ups.

WaterInstinct aus Deutschland und coduction aus Dänemark stellten sich den drei Seelöwen und den knapp 300 gespannten ZuhörerInnen. Sieben Minuten hatten die Start-Ups Zeit, um von ihrer Idee zu überzeugen und danach den Fragen der Experten Stand zu halten. Im kommenden Jahr wird der VenturePitch weiter ausgebaut und als eigenes Veranstaltungsformat ausgetragen.

Seemannsgarn und Geschichten aus dem wahren Leben: Start-Up Stories

Geschichten aus dem wahren Leben eines Start-Ups sind auf der conVenture fester Bestandteil und das Herzstück der Veranstaltung: Hier wird kein Seemannsgarn erzählt, hier kommt das wahre Leben eines Start-Ups ans Tageslicht – und das mit allen Hürden, mit allen Tiefen und vor allem aber auch mit allen positiven Momenten. Der Titel der Start-Up Story von Kenneth Madsen (DXTR Labs) lies dies schon im Programm erahnen und machte mit „Startups are ugly“ Schluss mit dem Klischee, dass es in Start-Ups immer nur rosig und cool und toll zugeht, immer nur Tischkicker gespielt und zusammen gekocht wird. Auch Start-Ups arbeiten hart an ihrem Unternehmen, da fliegen auch mal die Fetzen im Team, es kullern mal Krokodilstränen und manchmal ist der Ernst des Lebens sogar so ernst, dass man sich von bisherigen Mitstreitern trennen muss. Einen aufregenden Weg hat Kenneth mit seinem Start-Up schon hinter sich und doch noch so einen langen Weg mit tollen Partnern wie Walt Disney und einem zweiten Firmensitz in San Francisco vor sich.  

Die beiden Hamburger Madeleine von Hohental und Benjamin Wenke (Bracenet) konnten mit „Bracenet: Save the Seas. Wear a net.“ einen Einblick in die Upcycling-Welt geben. Davon geträumt haben sicherlich schon viele, die Meere zu retten, doch als soziales Unternehmen ist das sicherlich ein ambitioniertes Ziel. Mit großartigen Partnern haben Madeleine und Benjamin die ersten Schritte hervorragend gemeistert und verkauften auch auf dem Start-Up Pier ihre Bracenets an funkelnde Augen von wissbegierigen und hilfsbereiten TeilnehmerInnen, die nun auch in der Region rund um die Flensburger Förde Werbung machen für die Rettung der Meere.   

Klönen auf dem Start-Up Pier

Wie es schon seit Jahren Tradition ist, konnte nach den Start-Up Stories das eine oder andere Gespräch auf dem Start-Up Pier bei Snacks und Drinks vertieft werden. Über ein Dutzend Start-Ups stellten sich den interessierten und neugierigen Fragen der gründungsinteressierten TeilnehmerInnen. Highlight war dabei sicher wieder der Stand von BlackBox Classics: Für die Oldtimer-Fans unter den Teilnehmern gab es eine Ente zum Testsitzen. Der Start-Up Pier bei der 13. Ausgabe dieser Netzwerk-Veranstaltung war mit Abstand der bunteste – von Schmuck und Kleidung über Recyceltes, ein Laufrad und die Ente waren ebenso IKEA-Cover, ein veganer Catering-Service und Ideen aus dem IT-Bereich zu sehen.

Pitch-Training mal anders: Acoustic Charisma Profiling and Training

Exklusiv für VentureWærft-Start-Ups aus den Docks gab es die Möglichkeit direkt vor der conVenture an einem Pitch-Training inklusive Videoanalyse teilzunehmen. Beim Acoustic Charisma Profiling and Training“ legte Oliver Niebuhr (SDU) bei diesem Pitch-Training einen besonderen Schwerpunkt auf das richtige Einsetzen von Sprache.

Information:

Die conVenture ist die Netzwerkveranstaltung rund um das Thema Start-Up in der deutsch-dänischen Grenzregion, auf der sich Start-Ups (von heute und morgen), GründungsunterstützerInnen, gestandene UnternehmerInnen, InvestorInnen und Gründungsinteressierte treffen. Im Fokus stehen neben zwei Start-Up Stories junger GründerInnen das Netzwerken und so auch die Start-Up Pier, eine kleine Messe mit regionalen Campus-Gründungen. Die Veranstaltung findet auf Englisch statt. Mehr Informationen über die VentureWærft und die conVenture gibt es unter www.venturewaerft.com.

Die conVenture ist ein gemeinsames Event der deutschen und dänischen VentureWærft-Docks: Dr. Werner Jackstädt-Zentrum für Unternehmertum und Mittelstand Flensburg, Industrie- und Handelskammer zu Flensburg, Technologiezentrum Flensburg, Syddansk Universitet (Entrepreneurship Labs & Mads Clausen Institute) und Sønderborg Iværksætter Service. Neben diesen Partnern besteht die VentureWærft auch aus erfahrenen UnternehmerInnen und Start-Ups aus der Region. Die VentureWærft wird dabei durch das Projekt Grenzland INNOVATIV Schleswig-Holstein unterstützt, gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz.

 

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