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Coding Agents – Analyse vollständig KI-gestützter Web-Entwicklung

Mats Ramsl, Kai Petersen und Hauke Präger lächeln in die Kamera, hinter ihnen mehrere Leinwände mit dem Logo der VR Bank Nord.
Eckdaten
Art
Abschlussarbeit
Dozent*in
Die digitale Transformation verändert Wirtschaft und Gesellschaft in rasantem Tempo. Insbesondere generative Künstliche Intelligenz eröffnet neue Möglichkeiten, Software schneller und niederschwelliger zu entwickeln.

Mit genau diesem Spannungsfeld zwischen technologischem Fortschritt, praktischer Anwendbarkeit und nachhaltiger Qualität hat sich Mats in seiner Masterarbeit „Coding Agents – Eine Analyse vollständig KI gestützter Entwicklungsprozesse von Webapplikationen“ beschäftigt – und damit einen von zwei zweiten Plätzen beim VR Bank-Hochschulpreis 2026 gemacht.

Im Zentrum seiner Arbeit stand die Frage, inwieweit Personen ohne formale Programmierkenntnisse mithilfe generativer KI funktionsfähige Software entwickeln können und welche Qualität die dabei entstehenden Anwendungen tatsächlich aufweisen. Diese Fragestellung ist wissenschaftlich hochaktuell und zugleich von großer praktischer Bedeutung.

Während KI-Systeme wie ChatGPT oder Claude den Eindruck vermitteln, dass Softwareentwicklung heute allein durch textbasierte Anweisungen möglich ist, fehlt es bislang an fundierten Erkenntnissen darüber, wie belastbar solche Entwicklungsprozesse in realen Projekten tatsächlich sind.

Um dieser Frage nachzugehen, hat Mats zwei reale, vollständig KI-gestützte Softwareprojekte untersucht und dabei sowohl den Entwicklungsprozess als auch die interne und externe Qualität der entstandenen Software analysiert. Methodisch basiert die Arbeit auf einem Mixed Methods Ansatz und verbindet Repository Mining, statische Codeanalyse, Usability Tests, Interviews sowie Beobachtungen während der Entwicklung. 

Die Ergebnisse der Arbeit zeigen ein differenziertes Bild. Einerseits wird deutlich, dass Nicht-Programmiererinnen und Nicht-Programmierer mithilfe generativer KI tatsächlich in der Lage sind, funktionsfähige Software zu erstellen. Andererseits zeigt die Untersuchung ebenso klar, dass die Qualität der entstehenden Software stark variieren kann. Vor allem im Hinblick auf Wartbarkeit, strukturelle Qualität und Komplexität entstehen schnell Schwächen, wenn
generierter Code unkritisch übernommen wird. Die Arbeit zeigt nicht nur, was durch KI möglich wird, sondern auch, welche Grenzen und Anforderungen mit einem verantwortungsvollen Einsatz verbunden sind.

Gerade aus dieser Verbindung von technologischem Potenzial und kritischer Einordnung ergibt sich die hohe Relevanz für die wirtschaftliche und technische Weiterentwicklung unserer Region. Der Raum Flensburg und Schleswig-Holstein ist stark mittelständisch geprägt. Viele Unternehmen stehen vor der Herausforderung, digitale Lösungen schneller umzusetzen, verfügen jedoch nicht immer über große IT-Abteilungen oder umfangreiche Entwicklungsbudgets. KI kann hier ein wichtiger Hebel sein, weil sie es auch Fachkräften ohne klassische Programmierausbildung ermöglicht, erste digitale Prototypen eigenständig zu entwickeln. Gleichzeitig zeigt Mats' Arbeit, dass dieses Potenzial nur dann nachhaltig genutzt werden kann, wenn die Qualität der Ergebnisse verstanden, eingeordnet
und kontrolliert wird.

„Ich habe Programmieren noch vor dem breiten Einsatz generativer KI gelernt und halte dieses Fundament bis heute für unverzichtbar. Gerade deshalb nutze ich KI selbst intensiv in beruflichen und privaten Entwicklungsprojekten. Für mich ist KI ein starkes Werkzeug, wenn sie bewusst eingesetzt und fachlich kontrolliert wird.“

Mats war bereits zweimal Lehrbeauftragter für das Modul „App Entwicklung mit Flutter“ und wird in Zukunft neben diesem auch die Module „Programming Basics“ und „Programming User Interfaces“ unterrichten. 

„In meinen Lehrveranstaltungen ist mir wichtig, dass Studierende KI sinnvoll nutzen, ihre Lösungen aber weiterhin verstehen, erklären und reflektieren können.“

Wie wichtig diese Verbindung aus technologischem Verständnis und praktischer Anwendung ist, habe ich auch in meinem beruflichen Alltag erfahren. Bei der DevHelden GmbH in Flensburg habe ich das Unternehmen seit einer frühen Phase aktiv mitgestaltet und das Wachstum gezielt unterstützt. Als dritte eingestellte Person habe ich die Entwicklung des Unternehmens von Beginn an miterlebt und mit vorangetrieben. Später habe ich als einziger Projektmanager Verantwortung übernommen und eng mit der Geschäftsführung zusammengearbeitet. Heute umfasst das Team 18 Personen. In diesem Umfeld habe ich aus nächster Nähe erlebt, wie KI-Werkzeuge in reale Entwicklungsprozesse einfließen und welche neuen Anforderungen dadurch an Qualität, Kommunikation und Steuerung entstehen. 

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