Prof. Dr.-Ing. Holger Watter, Professor an der Hochschule Flensburg und Vorsitzender der DIN-Normenstelle Schiffs- und Meerestechnik (NSMT), ist in das Technical Coordination Board (TCB) des Deutschen Instituts für Normung e. V. (DIN) berufen worden. Mit der Berufung übernimmt er künftig Mitverantwortung für die strategische Weiterentwicklung der technischen Normung in Deutschland und deren Vernetzung mit der europäischen und internationalen Standardisierung. Die Tätigkeit passt sich nahtlos in die Transfer- und Nachhaltigkeitsstrategie der Hochschule Flensburg und des Landes Schleswig-Holstein ein.
Das Technical Coordination Board gehört zu den zentralen strategischen Gremien des DIN. Es koordiniert die technische Normungsarbeit über die einzelnen Normenausschüsse hinweg, identifiziert Zukunftsthemen, unterstützt die Priorisierung neuer Normungsprojekte und stärkt die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Wissenschaft, Behörden und Gesellschaft. Ziel ist es, die deutsche Normung frühzeitig auf technologische Entwicklungen auszurichten und ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Gerade vor dem Hintergrund von Digitalisierung, Künstlicher Intelligenz, autonomen Systemen, Energiewende, Wasserstofftechnologien und Nachhaltigkeit gewinnt die entwicklungsbegleitende Normung zunehmend an Bedeutung. Das TCB trägt dazu bei, diese Themen fachübergreifend zusammenzuführen und in die strategische Ausrichtung des DIN einzubinden.Die Berufung von Holger Watter unterstreicht seine langjährige Erfahrung an der Schnittstelle von Technik, Wissenschaft und Normung. Seit mehr als zwanzig Jahren engagiert er sich in der nationalen, europäischen und internationalen Normungsarbeit . Bereits von 2006 bis 2014 war er Obmann des Arbeitsausschusses „Leistungserzeugung, Vortrieb und Hilfsmaschinen“, seit 2019 führt er als Vorsitzender die DIN-Normenstelle Schiffs- und Meerestechnik (NSMT).
In dieser Funktion verantwortet er gemeinsam mit Vertretern aus Industrie, Wissenschaft, Behörden, Bundesministerien, Klassifikationsgesellschaften und Verbänden die strategische Planung, Koordinierung und Priorisierung der maritimen Normungsarbeit. Diese Erfahrung im Ausgleich unterschiedlicher Interessen und in der Entwicklung tragfähiger Konsenslösungen gilt als wesentliche Voraussetzung für die Arbeit im TCB.Als Professor für Schiffstechnik, Regenerative Energiesysteme und Fluidtechnik an der Hochschule Flensburg verbindet Holger Watter wissenschaftliche Forschung mit industrieller Anwendung und Normungsarbeit. Seine Tätigkeit umfasst interdisziplinäre Fragestellungen der Energie-, System- und Schiffstechnik sowie den Transfer technologischer Entwicklungen in anwendungsorientierte Standards. Darüber hinaus verfügt er über umfangreiche Erfahrungen in der strategischen Verbandsarbeit und im Netzwerkmanagement – unter anderem als ehemaliger Vorstandsvorsitzender des Maritimen Clusters Norddeutschland sowie durch seine Mitarbeit in zahlreichen Fach- und Führungsgremien.
Mit seiner Mitarbeit im Technical Coordination Board möchte Holger Watter insbesondere die stärkere Einbindung von Wissenschaft und Hochschulen in die Normung, die Gewinnung neuer Expertinnen und Experten sowie die entwicklungsbegleitende Normung in innovativen Technologiefeldern voranbringen. Sein Ziel ist es, die technische Normung als Enabler für sichere, nachhaltige und international wettbewerbsfähige Technologien weiterzuentwickeln und den Innovationsstandort Deutschland nachhaltig zu stärken.
„Normung ist heute weit mehr als die Beschreibung des Standes der Technik. Sie ist ein strategisches Instrument der Technologie- und Innovationspolitik. Gerade in Zeiten tiefgreifender technologischer Veränderungen brauchen wir eine fachübergreifende Koordination, um Innovationen frühzeitig in tragfähige Standards zu überführen“, betont Prof. Dr.-Ing. Holger Watter.