Junge Filmemacher*innen aus der Region Fehmarnbelt und der Grenzregion erhalten ein neues kreatives Talentprogramm mit internationaler Reichweite.
In den kommenden Jahren erhalten 36 junge Filmemacher die Möglichkeit, Filme zu drehen, Netzwerke zu knüpfen und neue kulturelle Verbindungen zu schaffen. Die Talentskolen in Næstved und die Hochschule Flensburg rufen gemeinsam das ambitionierte Talentprogramm Borderland Filmtalent Forum (BFTF) ins Leben.
Das Projekt basiert auf einer starken Partnerschaft und einer gemeinsamen Vision, jungen kreativen Köpfen ein professionelles Sprungbrett zu bieten – und gleichzeitig die Kulturen der Länder durch das Medium Film einander näherzubringen.
Die Talentskolen in Næstved und die Hochschule Flensburg haben vom Bürgerprojektefonds im Rahmen von Interreg Deutschland-Danmark, die Förderung für das 1½-jährige Talentprogramm Borderland Filmtalent Forum (BFTF) erhalten. Die Förderung in Höhe von knapp 77.000 Euro wurde auf Grundlage eines umfassenden Projektantrags bewilligt. Das Gesamtbudget für das Talentprogramm beläuft sich auf knapp 90.000 Euro.
Vier deutsch-dänische Kurzfilme
Das Projekt bringt 18 dänische und 18 deutsche junge Filmschaffende zusammen, die gemeinsam mindestens vier deutsch-dänische Kurzfilme entwickeln und produzieren sollen. Diese müssen drei zentrale Vorgaben erfüllen: Es muss sowohl Deutsch als auch dänisch gesprochen werden, der Protagonist*innen müssen aus beiden Ländern kommen, und sie müssen die Lebenswelt jungen Menschen thematisieren.
Das Projekt soll den Teilnehmer*innen ermöglichen, in kreativen und interkulturellen Filmteams zu arbeiten, was zur Entwicklung dänisch-deutscher Kulturprodukte führen soll, die die Vielfalt der Grenzregion visualisieren.
Die Talentskole fungiert als Leadpartner und ist für die allgemeine Verwaltung des Projekts, die fachlichen Rahmenbedingungen und die Rekrutierung dänischer Teilnehmer*innen verantwortlich. Die HS Flensburg steuert fachliche Expertise, Mentoring-Unterstützung und die Rekrutierung deutscher Filmstudierender bei. Hinzu kommen fünf Netzwerkpartner; die Nordischen Filmtage Lübeck, MOIN Filmförderung, Filmhøjskolen Møn, der Landesverband der dänischen Kinder- und Jugendfilmclubs und die Flensburger Kurzfilmtage. Das Projekt ist aus dem INTERREG-Projekt Bildungsregion hervorgegangen.
Premieren im Næstved Bio und bei den Nordischen Filmtagen in Lübeck im Jahr 2027
Die Teilnehmer*innen durchlaufen einen intensiven Prozess mit Workshops, Mentoring, Vorproduktion, Dreharbeiten und Postproduktion. Mindestens 1.000 dänische und deutsche Schüler sollen die Filme im Anschluss sehen und im Unterricht anhand von Lehrmaterial bearbeiten.
Die Filme feiern 2027 im Næstved Bio und bei den Nordischen Filmtagen in Lübeck Premiere, wo sie einem Fachpublikum präsentiert werden.
Mini Blume, Leiterin der Talentskolen und Leadpartnerin des Projekts, freut sich, dass das Talentprogramm nun Realität wird.
„Wir sind unglaublich stolz darauf, dass die Borgerprojektfonden sich entschieden hat, das Borderland Filmtalent Forum zu unterstützen. Die Förderung ermöglicht es, einen einzigartigen kreativen Lernraum zu schaffen, in dem junge Filmemacher sich fachlich, kulturell und menschlich weiterentwickeln können – und gleichzeitig die Beziehungen über die Grenze hinweg stärken.
Das Projekt birgt ein wichtiges deutsch-dänisches Entwicklungspotenzial für die Talentskole, und in dieser sich wandelnden Welt ist es besonders wichtig, dass wir strategisch in das Kulturleben der Zukunft investieren. Die jungen Menschen aus der Grenzregion haben unglaublich viel gemeinsam, und das Borderland Filmtalent Forum kann dazu beitragen, diese Gemeinschaften und kulturellen Standpunkte in den Fokus zu rücken“, sagt Mini Blume.
Wiebke Becker, Projektleitung & Dozentin im Film & Media Arts Studiengang an der HS Flensburg, ergänzt.
„Die Grenze zwischen Dänemark und Deutschland ist heute unsichtbar, doch gibt es auf beiden Seiten viele Unterschiede. Diese Unterschiede gemeinsam mit dänischen und deutschen Filmstudierenden kreativ zu erkunden, Kurzfilme zu produzieren und diese dann in der Region vorzuführen und zu diskutieren, ist eine einzigartige Gelegenheit. Wir freuen uns sehr über die Förderung und die Möglichkeit sich mit unseren Nachbarn zu vernetzen“, sagt Wiebke Becker.
Der neu eingestellte Projektkoordinator, Kristoffer Hjorth Ulbæk, selbst ehemaliger Schüler der Filmklasse der Talentskole, freut sich darauf, die Leitung des praktischen und kreativen Betriebs zu übernehmen.
„Es ist wichtig, dass wir die Grenze nicht als etwas betrachten, das uns trennt, sondern als das, was uns verbindet. Im Rahmen dieses Projekts erhalten die jungen Filmemacher die Möglichkeit, genauer zu untersuchen, welche Geschichten es in der Grenzregion gibt, wobei der Fokus genau darauf liegt, wie wir uns ähneln und wie wir uns unterscheiden“, sagt Kristoffer Hjorth Ulbæk.
Nachdem die Förderung nun gesichert ist, können die Projektpartner mit den ersten Vorbereitungen für den Start im Juni 2026 beginnen.
Eckdaten
Planungsphase: Juni 2026 – November 2026
Gruppenbildungswoche: November 2026
Vorproduktion: November 2026 – Sommer 2027
Dreharbeiten auf Lolland: Sommer 2027
Postproduktion: bis zum 1. Oktober 2027
Schulvorführungen: Oktober–November 2027 (40 Klassen, ca. 1.000 Schüler)
Premiere in Dänemark: Oktober 2027 (Næstved Bio)
Premiere in Deutschland: November 2027 (Nordische Filmtage Lübeck)
Über den Borgerprojektefonds
Der Bürgerprojektfonds ist bis 2029 tätig und unterstützt Projekte über drei Förderfonds:
- Bürgerpool – für bürgernahe Projekte, ob klein oder groß.
- Netzwerkpool – für neue deutsch-dänische Kooperationen und Begegnungen.
- Transportpool – für Reisen und Ausflüge für Kinder und Jugendliche bis 26 Jahre.
Der Bürgerprojektfonds unterstützt bürgernahe Projekte und deutsch-dänische Begegnungen in der Region Süddänemark, der Region Seeland und im nördlichen Teil von Schleswig-Holstein.
Er hat zum Ziel, das Vertrauen über die Grenze hinweg sowie das Verständnis für die Kultur, die Sprache und die Gesellschaft des Nachbarlandes zu stärken. Erfahrungen aus deutsch-dänischen Aktivitäten sollen das Erlebnis untermauern, dass es attraktiv ist, in einer Grenzregion zu leben und zu arbeiten.
Der Förderausschuss der Stiftung im Rahmen der EU-Initiative Interreg Deutschland-Dänemark setzt sich aus Vertretern der Interreg-Partnerschaft, dänischer Kommunen sowie der dänischen und deutschen Minderheit zusammen, was eine breite Verankerung und Einblicke in die grenzüberschreitende Zusammenarbeit gewährleistet.