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KI hilft beim Lesenlernen -Hochschule Flensburg präsentiert Forschungsprojekt „LeseKind“ beim landesweiten KI-Netzwerktreffen

Wie kann Künstliche Intelligenz dabei helfen, die Lesekompetenz von Kindern besser zu verstehen und gezielt zu fördern? Mit dieser Frage beschäftigte sich Prof. Dr. Peter John von der Hochschule Flensburg beim 5. KI-Netzwerktreffen Schleswig-Holstein in Kiel. Die Veranstaltung von KI.SH, dem Digital Science Center und der Universitätsbibliothek der Universität Kiel widmete sich den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten Künstlicher Intelligenz in den Geisteswissenschaften.

Peter John
Prof. Dr. Perter John referierte über die Frage, wie KI die Lesekompetenz fördert

Vor rund 100 Teilnehmenden aus Wissenschaft, Forschung und Praxis stellte Peter John das Forschungsprojekt „LeseKind“ vor. Das Vorhaben wurde gemeinsam mit dem Unternehmen eKidz.eu, dem Fraunhofer Institut für Digitale Medientechnologie und der Universität Regensburg im Rahmen des Förderprogramms „KMU-innovativ“ durchgeführt.

 „Lesekompetenz ist eine der wichtigsten Grundlagen für Bildungserfolg und gesellschaftliche Teilhabe. Gleichzeitig ist sie nur indirekt messbar“, erläuterte John. „Hier bietet Künstliche Intelligenz neue Möglichkeiten, um Lernprozesse besser zu verstehen und individuelle Förderung zu unterstützen.“ 

KI analysiert Sprachmuster von Kindern

 Im Mittelpunkt des Projekts steht die Frage, wie sich die Lesefähigkeit von Kindern automatisiert erfassen lässt. Dabei werden unterschiedliche sprachliche Merkmale untersucht – neben der Korrektheit, etwa Lesepausen, Betonungen, Sprachmelodie oder die Aussprache von Wortanfängen. Mithilfe von Verfahren des maschinellen Lernens soll die KI typische Muster erkennen und daraus Rückschlüsse auf die Lesekompetenz ziehen. 

Die Forschenden stehen dabei vor besonderen Herausforderungen. Kinderstimmen unterscheiden sich deutlich von Erwachsenensprache und werden von bestehenden KI-Systemen oft nur unzureichend erkannt. Hinzu kommen Dialekte, unterschiedliche Sprechgeschwindigkeiten oder Hintergrundgeräusche im schulischen Umfeld.

 „Unser Ziel ist es, Lehrkräfte künftig mit digitalen Werkzeugen zu unterstützen, die 

eine objektive und schnelle Einschätzung der Lesekompetenz ermöglichen können“, sagte John. „Damit könnten Förderbedarfe früher erkannt und Kinder gezielter begleitet werden.“ 

Schleswig-Holstein als Standort für KI-Forschung

Das Netzwerktreffen zeigte eindrucksvoll, wie digitale Methoden und Künstliche Intelligenz neue Perspektiven für Forschung und Wissenschaft eröffnen. Neben dem Flensburger Projekt wurden unter anderem KI-gestützte Verfahren zur Transkription historischer Handschriften, zur Analyse mittelalterlicher Texte sowie zur digitalen Erschließung kultureller Quellen vorgestellt. Für die Hochschule Flensburg unterstreicht die Teilnahme die wachsende Bedeutung anwendungsorientierter KI-Forschung. Mit Projekten wie „LeseKind“ leistet sie einen Beitrag dazu, innovative Technologien für konkrete gesellschaftliche Herausforderungen nutzbar zu machen – in diesem Fall für Bildung, Sprachförderung und Chancengerechtigkeit.